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Mittwoch, 14. November 2007

Zwei Landeier erobern Shanghai

Gut Ding braucht ja bekanntlich Weile. Insofern kommt unser Bericht eben nicht wie versprochen die letzten beiden Tage sondern erst heute. Aber auch unter der Woche erleben wir immer wieder neues.
Abends gehen wir manchmal mit Kollegen auf die Piste und probieren die verschiedensten Restaurants aus.
Auf folgendem Bild sind wir gerade in der Foodstreet der Stadt und auf dem Weg zu einem chinesischen Lokal.
Unsere Kollegen haben mittlerweile ja schon Erfahrung beim Bestellen und Auswaehlen der Gerichte, sodass wir immer die leckersten Gerichte auf den Tisch bekommen.Andrea haben es besonders die Muscheln (siehe Teller vor Per) angetan, der mehr nach Knoblauch als nach Muscheln schmeckten. Damit Bianca auch die Nacht ertraegt, musste sie gezwungenermassen bei den Glasnudeln zuschlagen, die nicht weniger stark gewuerzt waren.

Damit wir wieder fuer unsere Ausfluege fluessig waren, machten wir uns eines Abends auf den Weg zur Bank of China. Dort erwarteten uns dann schon drei Sicherheitsleute mit Maschinengewehren bewaffnet. Wir staunten nicht schlecht und machten zunaechst einen grossen Bogen um den Eingang. Wir dachten schon die Bank wird gerade ausgeraubt, aber scheinbar war das nur ein legaler Geldtransport. Zumindest haben wir nichts gegenteiliges gehoert...
Danach machten wir uns noch auf den Weg zur nahe gelegenen katholischen Kirche, die wie ihr seht nachts immer toll beleuchtet ist. Eigentlich war die Kirche bereits abgesperrt, aber zwei Frauen und der Priester haben sie extra fuer uns aufgeschlossen und so konnten wir einen Blick hinein werfen.
Gestern abend sind wir dann noch mit unserer Nanjing Bekanntschaft Dirk unterwegs gewesen. Der fuehrte uns erstmal in ein wirklich typisch chinesisches Strassenrestaurant. Deutschen Hygienestandard darf man hier natuerlich nicht erwarten. Aber wir ueberleben ja nun schon seit mehr als 5 Wochen das Essen in der Kantine - uns bringt so schnell nichts mehr um. Ausserdem hatte Dirk eine auf englisch uebersetzte Karte des Lokals dabei. So konnten wir gute Gerichte auswaehlen. Anschliessend zeigte er uns noch den zentralen Unicampus und erzaehlte uns noch vom Leben der Studenten hier: 4 Leute pro Zimmer, keine Heizung, nur 2 mal taeglich warmes Wasser, keine Kochgelegenheit... Was geht´s uns doch gut!

Nun aber zu unserem Wochenendtrip nach SHANGHAI.
Nach elf stuendiger Anfahrt mit Zug und Bus (aufgrund eines Staus verpassten wir unseren gebuchten Zug und mussten es erstmal schaffen unsere Tickets umzutauschen - leider ging der naechste freie Zug erst 4 Stunden spaeter) kamen wir um sieben Uhr in Shanghai an.
Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel machten wir uns auf den Weg in den Stadtteil Pudong, wo wir uns erstmal mit westlichem Essen staerkten.
Bei Einbruch der Dunkelheit gehen in Shanghai die kuenstlichen Lichter an und saemtliche Gebaeude erstrahlen in allen Farben. Hier sieht man das Wahrzeichen der Stadt - den futuristischen Fernsehturm "Oriental Pearl Tower".
Shanghai ist ziemlich westlich gepraegt und man hat nicht mehr das Gefuehl in China zu sein - zumindest bis dann um halb elf alle Lichter ausgehen und die letzte U-Bahn faehrt. Typisch China eben - und das am Wochenende!
Unseren ersten Abend liessen wir bei einem Becher Kaffee an der Uferpromenade ausklingen...

Am naechsten Morgen zogen wir schon frueh los und streiften erstmal durch die, zumindest am Morgen ruhige Nanjing Lu. Das ist eine mehrere kilometerlange Einkaufsstrasse, die teilweise auch eine Fussgaengerzone ist.
Von unserem Hotel war es auch ein Katzensprung um ueber die Nanjing Lu zum Bund zu gelangen. Der Bund erstreckt sich ueber die gesamte Uferpromenade und ist gepraegt von den in den 30er Jahren im europaeischen Stil gebauten Kolonialgebaeude. Heute gehoeren diese vor allem Grossbanken.
Von dieser Seite des Flusses hat man einen super Ausblick auf den Stadtteil Pudong mit seinen unzaehligen Hochhaeusern. Aber seht selbst.

Um die Stadt auch von einem anderen Blickwinkel aus sehen zu koennen, fuhren wir den Pearl Tower bis zu einer Hoehe 263 Metern hinauf. Untypischerweise mussten wir nur ca. 20 Minuten anstehen und auch die Sicht ueber die Stadt war dank des sonnigen Wetters echt gut. Das kommt in Shanghai nicht wirklich oft vor. Da hat es Petrus wohl gut mit uns gemeint.
Obiges Bild zeigt eine der vielen Baustellen inmitten der Hochhauslandschaft.
Unten kann man am anderen Ufer den Bund sehen.
Zugegebenermassen haben wir diesen Blick live erlebt, aber auch die Fotomontage sieht doch echt beeindruckend aus.
Anschliessend ging es fuer uns zu einem der letzten typisch chinesischen Viertel der Stadt. Allerdings ist das voellig auf Touristen ausgelegt und man wird staendig von irgendwelchen Typen angelabert, die einem gefakte Gucci und Prada Taschen, Uhren, Kleidung... andrehen wollen. Das kann echt nerven!
Auf unserer 1,5 Stunden langen Suche nach dem Eingang zum Yu Garten sind wir dem Touristenstrom entkommen und konnten einen echten Einblick in das tatsaechliche Leben der Leute dort bekommen.
Zu guter Letzt sind wir dann fuendig geworden und konnten uns ein Bild von dem beruehmten Garten machen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel, ging es fuer uns wieder zur Uferpromenade um den beruehmten Blick auf die Skyline bei Nacht zu erhaschen. Andreas Kamera lief heiss.
Das Flair auf der belebten Promenade war wirklich unbeschreiblich.
Am Sonntag liessen wir es zur Abwechslung mal etwas ruhiger angehen und haben das Museum fuer Stadtentwicklung besucht. Dort gibt es ein riesiges Modell der Stadt, wie sie zur Expo 2010 aussehen wird. Auf dem ca. 80 Quadratmeter grossen Modell ist wirklich jedes einzelne Haus detailgetreu nachgebildet. Ein echter Blickfang, vor allem wenn selbst im Modell die bunten Lichter angehen.

Bevor wir uns wieder in die chinesische Provinz aufmachten, goennten wir uns noch einen leckeren Sonntagsbrunch im "Vienna Café". Ganz untypisch fuer China ist Lokal ruhig, total gemuetlich und fast an jedem Tisch sitzt ein Landsmann oder beinahe Landsmann (Oesterreicher). Ein gelungener Abschluss fuer unser erlebnisreiches, verlaengertes Wochenende.
Im Gegensatz zur Anreise, verlief unsere Rueckfahrt recht unspektakulaer und gemuetlich in der ersten Klasse unseres chinesischen ICE´s.

FAZIT unseres Trips:
Shanghai ist auf jeden Fall einen Besuch wert und steht Metropolen wie London, Paris, New York bis um 10 Uhr Abends zumindest um nichts nach. Auf die Dauer waere es fuer uns aber kein Ort zum Leben, weil dort nie Ruhe einkehrt. Ausserdem erlebt man dort nicht wirklich was es heisst, in China zu leben.

Kommendes Wochenende ist auch schon unser letztes hier und ausnahmsweise bleiben wir mal hier in der Stadt. Geplant ist der Besuch von Asiens groesstem Freizeitpark, 5 Minuten Fussweg von unserer Wohnung.

Liebe Gruesse an alle in der weiten Welt von Andrea und Bianca

Donnerstag, 8. November 2007

Emotionen die 2ten

Es ist mal wieder Zeit fuer mich geworden mal wieder ein paar der Eindruecke zu schildern, die mich irgendwie beschaeftigen/bewegen. Wie gesagt, es ist immer nur ne kleine Auswahl, aber sonst werd ich ja nie fertig...

Kantine
Was ich mir fest vorgenommen habe ist, dass ich echt mal die Zustaende in unserer Kantine schildere! Da kann es einem naemlich echt anders werden! Das erste Uebel sind die Utensilien wie das Blechtablett, in dessen Mulden man das Essen reingeklatscht kriegt und auch die Essstaebchen! Die Sachen sind sicherlich nie richtig sauber!
Nett anzusehen sind die Service-Kraefte, die mit ihrem Mundschutz und ihren Plastikhandschuhen versuchen einen gewissen Grad an Hygiene vorzutaeschen!
Die Essgewohnheiten der Chinesen hatte ich ja schon geschildert! Dementsprechend kann man sich vorstellen, dass Tische und Boden nicht wirklich sauber sind. Betritt man die Kantine, so wird einem lediglich durch den "Geruch" bewusst, dass man sich nicht auf ner Schlittschuhbahn befindet, so schmierig/drecking ist der Boden!
Naja, und was das Essen angeht, so ist es leider meistens so, dass es auch so schlecht schmeckt, wie es aussieht! Man gewoehnt sich ja an vieles, aber das Mittagessen ist jeden Tag ne Ueberwindung fuer mich!
Das ich wirklich nicht uebertreibe unterschreicht noch folgenden kleine Geschichte! Der derzeitige Koch hat schon 2 Abmahnungen bekommen - bei der 3. fliegt er (zuvor muss aber noch eine bessere Alternative aufgetrieben werden). Auf jeden Fall war der Grund fuer die 1. Abmahnung, dass ungefaehr 50 Leute nach dem Genuss des Kantinenessens krank geworden sind und die 2. hat er bekommen, nachdem wiederholt irgendwelches Getier und unidentifizierbare Gegenstaende im Essen gefunden wurden. Wie gesagt, man ist auf der Suche nach nem Neuen - sobald der gefunden ist, muss nur noch die 3. Abmahnung ausgesprochen werden - nen Grund dafuer wird man sicher schnell finden! Unser Betreuer und wir nehmens mittlerweile mit Humor und sind taeglich Gespannt, was das "Menue surprise" fuer uns bereit haelt!

Kulinarische Genuesse
So, und jetzt mal Kontrastprogramm! Ansonsten ist naemlich das Essen in China echt lecker! Haette ich nie gedacht, dass ich das sage (viell. habe ich mich auch nur schon daran gewoehnet) aber man kann hier richtig gute Sachen finden. Grad in der Gegend um Shanghai gibt es allerhand Meeresfreuchte und Fische, die abgesehen von den Graeten super sind! Waren beispielsweise mal Hotpot essen. Das ist so ne Art Fondue, wo man verschiedenste Sachen in nem heissen Gemuesesud gart! Hatten auf gut Glueck so Sachen wie Pilze, Bambus, Tofu, Fleisch und auch Entenzungen bestellt! Naja, und ich war dann auch ganz mutig und hab mir mal so ne Entenzunge geschnappt! Fazit: nicht gut aber auch nicht schlecht! Es ist nur sehr wenig Essbares dran an so nem Ding und das hat nicht sooo viel Geschmack! Die Schnecken, die ich ein anderes Mal probiert hatte waren da schon viel schlechter! Super lecker sind auch die Teigtaschen (xiaolumbao - Verena, ich musst kurz in deiner Mail nachschauen, weil ich mir die Schreibweise nicht merken kann!), die mit Fleisch oder Scampi gefuellt in in so nem Blechtopf gegart werden! Zum Essen taucht man die Teil noch in ne Art Essig! Ganz nett ist immer, dass wir in der Bar No.8 zur Zeit immer von der Mama der ehem. Besitzerin noch nen super Mitternachtssnack bestehend aus Xiaolumbao und Fruehlingsrollen bekommen! Ein Traum!!
In so ein richtig kleines Strassenrestaurant haben wir uns bis jetzt noch nicht gewagt! Denen ist nicht so ganz wirklich zu trauen! Gehen immer lieber die Lokale, die unsere Kollegen schon unbeschadet getestet haben!

Neue "Kollegen" im Buero
Letzte Woche hab ich auch ne nette Entdeckung gemacht in der Arbeit. Am freien Platz neben mir war auf einmal ein Schild angebracht, dass davor warnte, dass unter dem Tisch ne Klebematte zum Fangen von Maeusen ausgelegt wurde! Wir haben hier anscheinend echt ein Maeuseproblem! Bei Bianca oben haben sie auch schon eine gefunden und das nette dran ist, dass sie die Maus doch tatsaechlich am Leben lassen! Nicht so hinterhaeltig wie bei uns! Da zeigen die Chinesen mal richtig viel Herz, wobei ich denen auch zutrauen wuerde, dass die Maus geradewegs in Richtung Kantine bringen wuerde... Naja, jetzt weiss ich wenigstens, wer sich an dem kleinen Gebaeckstueck vergangen hat, dass ich vergessen hab wegzuschmeissen! Ich hatte schon die Putzfrau in Verdacht...

Jenseits der Heizungslinie
Wir hatten vor ner Woche mal nen grossen Temperatursturz auf 11 Grad! Und dabei haben wir auch wieder ein paar nette Details erfahren, was das Thema "Heizen" in Wuhu und Umgebung angeht. Aber viell. erst mal ein paar allg. Angaben zum Klima! Die Region um Wuhu und Nanjing ist im Sommer gepraegt von sehr hohen Temperaturen und ner extremer Luftfeuchte! Nanjing gehoert sogar zu den 3 Staedten mit den hoechsten Temperaturen in China! Anders als man viell. erwarten wuerde kann auch der Winter hier recht kuehl werden und Temperaturen um den Gefrierpunkt werden da schon erreicht! Das Gemeine ist nur, dass es in China die so genannte "Heizungslinie" gibt. Aus dieser "Tradition" heraus kommt es, dass die Wohnungen in der Gegend suedlich des Jangzes (Fluss in China) keine Heizungen haben! Tja, und wer sich mal die Lage von Wuhu ansieht, wird feststellen, dass wir hier deswegen die Vorzuege einer Heizung missen muessen! Sowohl Wuhu als auch Nanjing liegen zwar direkt am Fluss, nur leider suedlich davon... Knapp daneben ist auch vorbei!
Jetzt ist es aber nicht so, dass wir hier frieren muessen! Gleucklicherweise gibt es hier so Klimageraete, die sowohl Kuehlen als auch Heizen! Und nachdem wir mittlerweile checken wie die Dinger funktionieren (doofe chin. Schrift) koennen wir vor unseren Geraeten sitzend die 30 Grad warme Luft geniessen!! Leider wird es in der Wohnung immer schnell wieder kalt, sobald das Geraet ausgeschaltet wird, aber das liegt einfach an der (undichten) Bauweise der chinesischen Haeuser! Waermedaemmung ist hier noch ein Fremdwort!

Die Loesung fuer das Hup-Raetzel
Ich hatte ja vorher schon mal geschrieben, dass in China das Gehupe der Autos ein allgegenwaertiges Geraeusch ist und wir noch nicht wirklich dahinter gekommen sind, bei welchen Gelegenheiten man denn jetzt hier hupt! Die Susanne aus Nanjig hatte da ne Erklaerung fuer uns, die wieder mal Kopfschuetteln bei uns hervorrief! Es ist wohl in China so, dass an nem Unfall immer der Schuld bekommt, der von hinter gekommen war. Der muss schliesslich sehen, was vor ihm passiert! Naja, und um sich bemerkbar zu machen oder anderen anzuzeigen, dass man ueberholt oder aehnliches, hupen sie halt immer. Das ist mal wieder chinesische Logik - anstatt das alle ihr Hirn ein bischen einschalten und ne gewisse Ruecksicht nehmen faehrt man einfach so wie man will - der Hintermann wird schon aufpassen!

Das war soweit von meiner Seite! Am Wochenende steht Shanghai auf dem Program! Mal schauen, wie es in der Metropole zu geht! Sicherlich sehr viel anders als hier in der "chinesischen Provinz" (O-Ton Doris)

Dienstag, 23. Oktober 2007

Reisen auf Chinesisch

Wie bereits angekuendigt, gibt es nun den Bericht zu unserem Teambuildingt -Trip mit der Logistikabteilung.
Teambuilding ist bei Siemens in China sehr populaer. Jede Abteilung bekommt dafuer ein gewisses Budget zur Verfuegung und kann damit einen Ausflug organisieren.
Uns hat es dieses Wochenende zum weit enfernten Qian Dao See verschlagen.
Dafuer mussten wir einiges auf uns nehmen:
Morgens um 04:00 hiess es fuer uns raus aus den Federn. Der erste Schock ereilte uns dann, als wir das Reisegepaeck der Chinesen sahen: eine Plastiktuete, deren Inhalt fast nur aus Lebensmitteln bestand. Man kann sich vorstellen, wieviel Platz dann noch fuer Kleidung und Waschsachen uebrig blieb....
Dann ging es mit einer halben Stunde Verspaetung und lauter Techno Musik auch schon los, bis wir nach nur 1 Stunde auch schon in unserem ersten Stau fuer geschlagene 2 Stunden standen.
Nach "nur" 9 Stunden Busfahrt, sind wir dann im Hotel angekommen. Dort blieben uns 10 Minuten fuer das Mittagessen und ganze 5 Minuten zum Frischmachen auf unserem Zimmer.
Anschliessend wurden wir zum See gekarrt, wo wir dann auf das Boot umstiegen.

Zunaechst wurden aber noch einige Fotos in der schoenen Parkanlage geschossen.






Insgesamt haben wir uns 5 Inseln angesehen, die durch Stege und Bruecken miteinander verbunden sind. Es kostete viel Ueberredungskuenste, bis Andrea sich mit auf die Bruecke wagte, die die Chinesen durch Herumspringen staendig zum Schaukeln brachten.










Noch nie in unserem Leben, haben wir fuer so viele Fotos (auch mit wildfremden Leuten) Modell stehen duerfen.
Hier seht ihr uns mit Kollegen aus der Abteilung.
Am Abend ging es dann kurz in ein Restaurant (es gab genau das gleiche wie auch schon Mittag) und danach gab es noch eine kleine Akrobatik Show. Wie gewohnt, waren die Chinesen dann um 20:00 auch schon bereit ins Bett zu gehen. Wir haben uns noch bei einer Tasse Tee auf unserer steinharten Matratze ueber dieses Volk amuesiert.

Highlights des zweiten Tages war zum einen die Besteigung der Aussichtsplattform, von der man eine tolle Aussicht auf den See mit seinen sage und schreibe 1078 Inseln hatte.











Kamera und Fotoapperat waren hier im Dauereinsatz...

Auf der Insel der Schlangen ist vor allem Bianca dann ueber ihren Schatten gesprungen und wir haben uns dazu durchgerungen mit einer riesigen Wuergeschlange um den Hals Modell zu stehen. Zunaechst im Dreierpack und dann - weil es so schoen war - noch jeder einzeln mit dem Tierchen.

Natuerlich waren wir dadurch die Hauptattraktion schlechthin, und wir koennten es damit sogar in die lokale Zeitung schaffen.







Am Ende unserer Fuehrung war unsere Reiseleitung mit schriller Stimme, die wir eh nicht verstehen konnten, so nett und machte noch ein Gruppenfoto von uns.
Wir hoffen, wir haben uns noch nicht so an die Chinesen angepasst und ihr erkennt uns drei Deutschen noch in dem Haufen.


Leider mussten wir auch schon um 13:30 wieder unsere Heimfahrt antreten, damit wir nicht allzu spaet wieder daheim angekommen sind.
Wie uns Doris und Verena schon vorgewarnt hatten, war das Wochenende schon nervenaufreibend. Trotzdem moechten wir diese Erfahrung nicht missen - haben wir ja doch wieder einige Eigenheiten der Chinesen kennen gelernt.

Montag, 22. Oktober 2007

Menschen, Bilder Emotionen

Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass wir momentan nur so von neuenEindruecken ueberschuettet werden. Es ist schon was anderes, in einemLand wie China zu leben. Werde mal versuchen euch ein paar dieser Eindruecke zu schilder -vielleicht koennt ihr euch dann auch ein bischen vorstellen, was wirhier so erleben!

Zunaechst mal bezueglich Bilder! Bianca und ich haben es nun tatsaechlich geschafft und wir haben erfolgreich ein paar Bilder auf den Blog geladen! Nachdem es aber einige Zeit und noch mehr Geduld abverlagt, machen wir das nur auf einer Seite. Die Bilder sind also inBiancas Rubrik zu finden.

So, jetzt aber zu den eigentlichen Infos!

Verkehrsregeln:
Ich hab ja schon im ersten Post mal beschrieben, dass Wuhus Strassen (und das gilt wahrscheinlich auch fuer den Rest Chinas) vom Chaos gepraegt sind. Es herrscht zwar auch hier zum Teil ein echter Verkehrsschilder-Wald, aber der wird einfach dezent missachtet. Es waere auch grob fahrlaessig auch nur fuer 2 Sekunden unaufmerksam in diesem PKW-Gewirr zu sein. Es vergeht eigentlich keine einzige Taxifahrt, wo uns nicht der Atem stockt! Durch gezogene Linen werden ebenso missachtet wie Ampeln kleinerer Kreuzungen. Da kommt es dann schon mal vor, dass man auf der 2-spurigen Strasse auf einmal kurz ausschert zum Ueberholen und man sich dann einem 20m entfernten, entgegenkommenden Buss gegeuebersieht! Das Erstaunliche dabei ist, dass wir erst einmal einen Unfall beobachtet haben in den zwei Wochen. Ach ja, und ne intakte Hupe ist wichtiger um durch zu kommen, wie das Gaspedal! Man kann sich den Geraeschpegel vorstellen. Richtig uebel wird mir immer, wenn ich dann wieder Roller- bzw. Radfahrer seh, die dem Verkehrsstrom entgegen fahren und ihr kleines Kind hinten transportieren. Helme gibts hier natuerlich nicht! Anscheinend machen wir uns da in Deutschland einfach zu viele Sorgen...

Chinesen und Europaeer

Wenn ich jetzt von Chinesen sprech, dann soll sich das auf "unsere"Chinesen hier in Wuhu beziehen. Diese sind auf jeden Fall immer aus demHaeuschen, wenn sie uns zu Gesicht bekommen. Es ist wirklich erstaunlich/erschreckend, aber manchmal kommt es mir vor, als waeren wir die 1. Nicht-Chinesen, die sie zu Gesicht bekommen. Wir koennen uns sicher sein, dass wir echt saemtliche Blicke auf uns ziehen, wenn wir so durch die Strassen ziehen. Letztens waren wir abends noch bei so nem"Tag der offenen Tuer" von nem Freizeitpark, der gleich neben unserer Wohnanlage eroeffnen wird und die Leute wussten echt nicht, ob sie jetzt die Anlage oder doch eher uns anstarren sollen. Wir lernen ja als Kinder schon, dass man nicht mit dem Finger auf andere Leute deuten soll- hier haben diese Lektion nicht mal Erwachsene gelernt. Sicher muss ich mir immer wieder ins Gedaechtnis rufen, dass diese Leute ausser China wohl wirklich noch nichts anderes kennen, geschweige denn was anderes schon mal selbst gesehen haben - trotzdem bin ich doch machmal echt genervt, dass wir hier wie Ausstellungsstuecke gehandelt werden! Bianca muss sich dann immer mein Geschimpfe anhoeren! Da ist es echt ne Erholung in der Arbeit! Hier laufen ja immer auch irgendwelche Deutsche rum und insofern sind wir hoechstens ne Ausnahme, weil wir Frauen sind!

Feuerwerke:

Als wir noch keine drei Stunden in Wuhu angekommen waren, haben wir schon unser erstes Feuerwerk anlaesslich einer Hochzeit gehört. Uli meinte damals schon, dass das wohl nicht unser letztes gewesen sein wird. Er sollte sich nicht irren... Jeden verdammten Morgen - ich meine wirklich jeden Morgen, also auch am Wochenende - werden wir zwischen halb 6 bis 6 vom ersten Feuerwerks des Morgens geweckt! Eigentlich koennen wir ja theoretisch bis 7 Uhr schlafen, aber da haben irgendwie alle Einwohner der Stadt was dagegen. Es gibt wirklich zwischen 6 und 7 im Schnitt wohl 3-5 Feuerwerke in der ganzen Stadt. Anlaesse dafuer sind eigentlich alle moeglichen Geschehnisse wie Hochzeiten, Geburtstage,Todesfaelle,... Tja, wo wir halt schoen gemuetlich beisammen sitzen und zivilisiert feiern/trauern,..., da machen die Chinesen halt ihre Feuerwerke. Daran muss ich mich wohl oder uebel gewoehnen. Trotzdem lieg ich jeden Morgen im Bett und ueberlege ernsthaft, ob ich losheulen und mich bemitleiden soll oder einfach mal die Balkontuer aufreissen und meiner Wut freien Lauf lassen soll! Explodieren kann ich bestimmt auch nicht weniger wie diese doofen Kracher! Naja, bisher hab ich mich fuer die erste Variante entschlossen! Toleranz ist schliesslich die Devise!

Kinder:

Seit laengerer Zeit wird hier ja die 1-Kind-Politik ja gelebt, um dem Bevoelkerungswachstum Einhalt zu gebieten. Nette Plakate vermitteln einem auch allgegenwaertig, dass es wohl gar nichts Erstrebenswerteres geben kann, wie so ne kleine Familie. Wenn wir allerdings abends in dieWohnanlage kommen, fuehlen wir uns immer eher wie in nem Kindergarten. Omis, Mama und Papa sind dann naemlich alle mit ihren Sproesslingen unterwegs! Unsere Anlage ist echt sehr kinderfreundlich gestaltet, drum leben hier wohl so viele Kinder! Das schlimme an dieser Geschichte ist halt, dass diese Goeren von jeder Seite total verhaetschelt werden! Jedes Kind hat da immer so 3 Leute um sich, die ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen! Total verzogen, die Kinder! Und Spielsachen gibt es! Das kann an Kitsch und Lichtspielchen und Farben echt nichts uebertreffen!

Der Chinese an sich:

Was wir jetzt so mitbekommen haben, so gibt es in China ebenso wie inanderen Laendern total unterschiedliche Typen von Menschen. In der Bar beispielsweise, in die wir hier so gehen, haben wir ja die beiden Studentinnen kennengelernt. Die beiden sind ein Beispiel fuer Chinesen,die einfach total weltoffen und tolerant sind. Auch die Studenten, die uns mal spontan durch Wuhu geschleppt haben, sehen in uns einfach ganz normale Menschen und haben dementsprechend einfach nen lockeren, normalen Umgang mir uns. Die Mehrzahl ist aber da wohl noch weit davon entfernt! Viele wuerden es glaub ich nicht wagen uns anzusprechen und haben eher Beruehrungsaengste. In meiner Abteilung z.B. kommt es mir oft so vor, als wuerden sie immer schoen Ja und Amen zu mir sagen, weil sie sich nicht einzugestehen trauen, dass sie was nicht verstehen oder es irgendwie Probleme gibt. So als ob sie Angst vor mir haetten - derweil bin ich immer hyper freundlich hier! Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass ich hier in einer Abteilung mit lauter Technikern gelandet bin . Die sind ja viell. nicht so kontaktfreudig wie andere... ;-)
Nett ist es immer, wenn wir irgendwelchen Kindern begegen! Die stuermen dann immer auf uns zu und rufen uns die paar Woerter entgegen, die sie im Englischunterricht gelernt haben! Echt suess!

(Ess)Verhalten:

Das Essen hier ist ja schon eine gewisse Umstellung fuer uns. Was mir aber echt machmal mehr Schwierigkeiten macht ist das Benehmen der Chinesen beim Essen. Diese Geraeusche erwartet man eigentlich nicht zuTisch. Da wird an manchen Tischen echt geschmatzt, was das Zeug hael tund auch der Mund wird beim ein oder anderen Chinesen fuers Essen zumSaugrohr umfunktioniert! Da stecken sie dann mit ihrer Nase fast schon im Reis und schieben sich mit den Staebchen das Essen mit einer riesen Geschwindigkeit in den Rachen! Manchmal fehlen der Bianca und mir einfach die Worte - da sprechen dann unsere Blicke! Es ist aber nicht so, dass die meisten Chinesen sich so benehmen wuerden. Der Grossteil kann sich ganz anstaenig benehmen, aber die anderen fallen mir halt einfach extrem auf. Eine weitere Sucht, die uns total aufregt ist die Rumspuckerei der Chinesen und da gibt es jetzt echt fast keine Ausnahme! Lautstark(entschuldigt, ich weiss es ist eckelhaft, aber so siehts echt aus) ziehen sie sich da den Schleim aus den tiefsten Ecken der Lunge und spucken dann einfach in der Gegend rum! Und in der Arbeit laeufts genauso! Da missbrauchen sie dann den Muelleimer - naja, zumindest verschonen sie den Boden!

So, ich merke, ich hab mich mal wieder richtig ausgelebt mit dem Schreiben und eigentlich koennte ich noch viel mehr dranhaengen wie zB.Europakenntnisse der Chinesen, Umweltbewusstsein,...aber ich halte mich jetzt mal zurueck, sonst komm ich aus dem Schreiben nicht mehr raus!

Am Wochenende gings für uns zum Team Building mit Biancas Abteilung zum"See mit 1000 Inseln". Eine Tour, die wir nicht so schnell vergessen werden...
Aber davon werden wir bald ausführlich mit Bildern berichten!

Samstag, 13. Oktober 2007

Wuhu – die 2ten

Es ist soweit!
Mein erster Eintrag aus dem fernen Wuhu. Unsere erste Woche haben Bianca und ich jetzt hinter uns und wir sind echt voller neuer Eindrücke!
Aber vielleicht erst mal der Reihe nach! Der Hinflug hat zum Erstaunen aller top geklappt! Mussten ja sowohl in Amsterdam und Peking umsteigen und hatten nicht gerade viel Zeit zum Einchecken und so. Ausserdem waren die netten Leute von Air France in München so kleinlich, dass sie uns echt fürs Übergepäck hätten zahlen lassen – wegen 23 kg! Für uns hieß es also Umpacken ins Handgepäck! Echt nervig, vor allem was mein Rucksack bestimmt nicht mehr viel weniger als 10kg hatte und wir jedes Mal unseren Laptop separat zeigen mussten. Aber Hauptsache gut angekommen! Wurden dann auch gleich mit den chinesischen Verkehrsregeln vertraut gemacht – hier gilt einfach das Recht des Stärkeren! Also, Pech für Fußgänger! Im allgemein ist es am Besten, wenn man gar nicht auf den Verkehr achtet, weil man sonst wohl tausend Tode stirbt!
Unsere Wohnung hier ist echt ein Traum total die grüne Oase, was man ja in China nicht unbedingt an jeder Ecke findet!
Unter der Woche arbeiten wir hier ganz fleißig 40 Stunden. Werde hier ein Projekt weiterführen, welches Verena bereits begonnen hat und darf mich also mit chinesischen Technikern herumschlagen! Nicht immer so einfach!
Freitag abends waren wir bei einem chinesischen Abteilungsessen dabei und konnten uns ein Bild machen, wies da so zugeht. Mit den Stäbchen klappte es ja jetzt schon einigermaßen, aber man ist eh eher damit beschäftigt, sich immer gegenseitig zu zuprosten! Das wir echt fast im 2 Minutentakt gemacht und es ist eine Ehre, wenn man dazu aufgefordert wird – verpflichtet aber auch dazu, das Ganze umgekehrt ebenso zu machen. Das einheimische Bier ist auch echt trinkbar – natürlich nicht zu vergleichen mit einem guten Eichhofener Pils – und hat so gut wie keinen Alkohol. Naja, jedenfalls war um 8 Uhr (solange war das Essen angesetzt) auf einmal große Aufbruchsstimmung. Wussten erst gar nicht, wie uns geschieht, denn Uli, unser Betreuer, war grad nicht da und alle Chinesen haben auf einmal ihre Sachen gepackt und waren auch schon weg. Aber das ist wohl immer so!
Das erste Wochenende wollen wir und erst mal Wuhu näher anschauen, bevor wir uns dann ferne Ziele setzten! Man glaubt es eigentlich kaum, aber Wuhu hat echt eine schöne Innenstadt. Alles sehr sauber und großzügig angelegt! Sind dabei heute erst einmal um den See nahe der Walking Street gewandert und dann noch ne Runde Tretboot gefahren! Anschließend waren wir noch etwas in den hiesigen Geschäften. Ich vermeide bewusst das Wort „einkaufen“, denn die chinesische Mode ist echt gewöhnungsbedürftig und auch nicht unbedingt größentechnisch an europäische Bedürfnisse angepasst. Noch was echt Nettes haben wir heute Nachmittag auch erlebt! Hatten vor das Ufer des Flusses, der durch Wuhu fließt aufzusuchen, weil dort auf unserem Stadtplan ein großer Park eingezeichnet war! Haben also unseren Plan raus gezogen und wurden dann sofort von 2 jungen Chinesen angesprochen, ob wir denn Hilfe bräuchten! Sie haben dann gleich noch bei anderen Chinesen nach dem Park gefragt und meinten dann auch, sie führen uns hin. Mit denen sind wir dann ewig rum gelaufen – sie kannten sich auch nicht aus, weil sie nicht direkt aus Wuhu waren. Später haben sie dann noch andere chinesische Studenten angesprochen und die sind dann auch noch mit uns rumgezogen! Hatten dann echt eine Truppen von sechs Chinesen um uns rum und haben uns auf die Suchen nach dem Park gemacht. Ende des Liedes ist, dass wir erfahren haben, dass der Park noch gar nicht existiert, so dass wir nur vor lauter scheußlichen, halb abgerissenen Baracken standen. Naja, aber wo würde einem das schon in Deutschland passieren, dass sich auch nur einer nem Fremden annimmt und ihn kilometerweit rumführt! Echt ne nette Geste! Heute Abend geht’s zusammen noch mit ein paar Arbeitskollegen erst zum Japaner und anschließend noch in ne Bar, wo sich die Europäer in der Regel aufhalten!

Viele Grüße an den Rest der Welt – vor allem an die Daheimgebliebenen!!

PS: Fotos hoch zu laden haben wir mittlerweile aufgegeben! Das wird regelmäßig abgebrochen! Außerdem ist es nicht mal möglich, auf den Blog selbst zu gehen und die Einträge anzuschauen! Selbst in der Arbeit klappt das nicht! Ja ja, der chinesische Überwachungsstaat!!

Freitag, 31. August 2007

Hallo mal wieder

Hallo zusammen,

endlich schaffe ich es auch mal mich in unserem Blog zu verewigen! Hat etwas länger gedauert, aber schließlich ist ja zu unserem Auslandsaufenthalt in China auch noch nen Zeit hin. Ausserdem wisst ihr ja, dass ich den Umgang mit Technik lieber vermeide wenns geht.

Für viele von euch gehts jetzt ja dann endlich los mit der Arbeit im Ausland (bzw mit den Shopping-Touren, gell Lexi ;-)) Denjenigen wünsch ich einen gute Reise und nen super Start im jeweiligen Land!

Ich hoffe darauf nächste Wochen dann schon neue posts vorzufinden!!

Grüße aus Regensburg, Andrea